Feuerwehr kontert im Streit um Eintracht-Choreografie

 Die Frankfurter Fans sind bekannt für ihre besonderen Choreografien.

Vor dem Frankfurter Champions-League-Spiel gegen Neapel gibt es Ärger um eine geplante Choreografie. Es gibt Vorwürfe aus der Fanszene gegen die Feuerwehr. Die wehrt sich nun in einer Mitteilung.

3 Min.

Die Frankfurter Feuerwehr hat sich gegen Vorwürfe von Fußballfans von Eintracht Frankfurt wegen einer geplanten Choreografie vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League an diesem Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Prime Video) gegen die SSC Neapel zur Wehr gesetzt. „Den Vorwurf, dass ‚persönliche Vorbehalte gegen den Verein auf dem Rücken der Fanszene ausgetragen werden‛, weisen wir entschieden zurück“, hieß es in der Mitteilung am Montag.

CHAMPIONS LEAGUE

Man habe vonseiten des Vereins bisher keine Anfrage wegen einer Choreografie erhalten. Allerdings habe die Feuerwehr vor dem DFB-Pokalspiel am 7. Februar gegen Darmstadt 98 Kenntnis von einem Aufruf der Fanszene erhalten, beim Spiel gegen Neapel Konfetti mit ins Stadion zu bringen. Daraufhin sei ein Vertreter der Frankfurter Ultras lediglich bei einer Begehung des Heimbereichs auf die Bestimmungen der Hessischen Versammlungsstättenrichtlinie (Verwendung von Konfetti, für das die Schwerentflammbarkeit durch ein Zertifikat bestätigt wird) hingewiesen worden.

Die Feuerwehr könne und werde eine Choreografie bei Veranstaltungen mangels Rechtsgrundlage nicht untersagen. „Wir sehen uns uneingeschränkt der Sicherheit der Gäste, des Stadionpersonals und der Mannschaften verpflichtet, insbesondere durch die Einhaltung des Brandschutzes wie der Freihaltung der Flucht- und Rettungswege“, hieß es weiter. „Die Feuerwehr Frankfurt war und ist immer zu konstruktiven Gesprächen bereit, um für eventuell auftretende Probleme Lösungsansätze zu finden. Letztlich stammen die gesetzlichen Vorgaben nicht von der Feuerwehr Frankfurt und sind hessenweit einzuhalten.“

Laut Feuerwehr gab es nach einem Aushang des Flyers der Ultras im Stadion beim Bundesligaspiel am vergangenen Samstagabend gegen Bremen und in den sozialen Netzwerken Anfeindungen und Beleidigungen gegenüber Einsatzkräften. „Ein aus unserer Sicht nicht hinnehmbarer Zustand, den wir aufs Schärfste verurteilen“, teilte die Feuerwehr mit.

Tätliche Angriffe in Frankfurt

Im Vorfeld des Champions-League-Spiels ist es zu tätlichen Angriffen auf italienische Fans durch Anhänger des hessischen Bundesligaklubs gekommen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, habe es bereits am Montag in Frankfurt zwei gewalttätige Attacken auf Gästefans gegeben.

Zunächst habe eine Gruppe von Frankfurter Gewalttätern drei neapolitanische Fans vor einer Kneipe im Stadtteil Sachsenhausen geschlagen. Etwa zwei Stunden später hätten an gleicher Stelle rund 20 Angreifer auf drei Italiener, die gerade ein Lokal verließen, eingeprügelt. In beiden Fällen wurden die Opfer nur leicht verletzt und benötigten keine medizinische Versorgung. 

Bei daraufhin durchgeführten Kontrollen mehrerer verdächtiger Gruppierungen nahm die Polizei neun Männer, die Quarzsandhandschuhe, Sturmhauben und Mundschutz bei sich trugen, kurzzeitig in Gewahrsam. Unter ihnen befanden sich einschlägig bekannte Gewalttäter, aber auch bislang nicht in Erscheinung getretene Personen. Zudem sprach die Polizei 22 weiteren Personen Platzverweise aus. Es werden rund 2600 Neapel-Fans in Frankfurt erwartet.

Polizei Stuttgart widerspricht Kölnern

Die Polizei Stuttgart widerspricht derweil den Vorwürfen aus der Fanszene und der Verantwortlichen des 1. FC Köln, es habe sich bei den Kontrollen von sechs Bussen vor dem Fußball-Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart um eine „bewusste Aktion“ gehandelt. „Die Stuttgarter Polizei handelt nach Recht und Gesetz. Wir orientieren uns bei unseren Einsätzen an der 'Stuttgarter Linie', wonach wir gegenüber Gewalt entschieden einschreiten, und das auch, bevor sie entsteht“, sagte Polizeipräsident Markus Eisenbraun in einer Mitteilung am Montag.

Tags zuvor hatte Kölns Trainer Steffen Baumgart in einem Interview des TV-Senders „Bild“ gesagt: „Das war geplant, die Jungs von Anfang an rauszunehmen. Das ist aus meiner Sicht auch nicht in Ordnung. Das ist eine bewusste Aktion, da muss mir keiner erklären, dass das eine Aktion ist, um mehr Sicherheit zu haben.“

Die Behörden hatten das Duell als Hochrisikospiel eingestuft, nachdem sich die Stuttgarter Einsatzleitung mit den szenekundigen Beamten des Polizeipräsidiums Köln ausgetauscht haben soll. „Unser Ziel war, mögliche Gewalttäter im Vorfeld aus der Anonymität zu holen und verbotene Gegenstände zu beschlagnahmen, um so Vorfälle zu verhindern. Die Maßnahmen richteten sich dabei ausschließlich gegen Teile der aktiven Fanszene und nicht gegen die Kölner Fußballfans im Allgemeinen“, sagte Eisenbraun, der in der Gesamtbetrachtung ein positives Fazit zog.

Auf dem Weg nach Stuttgart waren sechs Kölner Fanbusse von der Polizei gestoppt worden. Es habe sich um einen Einsatz der Gefahrenvorsorge gehandelt, teilte die Polizei mit. Jedoch hätten die meisten Insassen trotz mehrmaliger Durchsagen nicht dazu bewegt werden können, sich dieser Kontrolle zu unterziehen. Ein Busfahrer habe sich geweigert, die Tür zu öffnen. Letztendlich entschieden sich die Kölner dazu, die Heimreise anzutreten. Diese Entscheidung sei ohne Beeinflussung durch die Polizei getroffen worden.

Comments

Popular posts from this blog

An idiot's guide to the Boston Bruins

Vom 0:2 zum 5:2 – Real Madrid nimmt Liverpool auseinander

Publikumsliebling Nadja Tiller mit 93 Jahren gestorben